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    Vom Geist des Staunens


    ORF-FeierAbend, Pfingstmontag, 9.6.2014, 19.52 Uhr, ORF 2

    „Anlass zum Staunen ist alles, wo man genau hinschaut“, sagt Bertl Mütter, avantgardistischer Posaunist, Komponist und Begründer der „Schule des Staunens“ im Wiener Konzerthaus. Im FeierAbend von Michael Cencig schaut Bertl Mütter genau hin – auf seine Kindheit in Steyr - als Arbeitersohn, dem in der Kirche eine neue Welt aufging: „Das war gewissermaßen meine erste Bühne. Und ich wollte der sein, der sagt: Der Herr sei mit euch.“ Bertl Mütter kann sich noch genau erinnern, wie ihm bei Schuberts Deutscher Messe die Unendlichkeit bewusst wurde: „Und das hat später Eingang gefunden in meine Musik, die aus dem Nichts kommt und in das Nichts geht, also ebenfalls weder Anfang noch Ende hat.“ Gewissermaßen kam auch Bertls Frömmigkeit aus dem Nichts – und ging ins Nichts: „Ich kenne dieses Gefühl, getragen zu sein in dem was ich tue. Aber ich brauch nicht mehr hinterfragen, wer mich trägt. Das ist mir nicht so wichtig.“ Vom naiv staunenden Ministranten zum philosophisch geschulten Künstler war es ein weiter Weg. Bertl Müller studierte Theologie – bis ihm klar wurde, dass die Musik seine Bestimmung war. Aber bis heute ist er eng befreundet mit einigen Menschen, die sich nach wie vor im Glauben und in der Kirche beheimatet fühlen. So z.B. mit Gerwig Romirer, Benediktinerpater im Kloster St. Lambrecht. Was den Musiker und den Mönch unverändert miteinander verbindet, ist der Geist des Staunens. Dieser Geist ist es auch, der Kunst und Spiritualität verbindet, unabhängig von einer bestimmten Konfession: „Für mich ist es nicht so wichtig, dass jemand an bestimmte religiöse Inhalte glaubt“, sagt Pater Gerwig – und deutet den Heiligen Geist auf seine persönliche Weise: „Ich trete mit Gott in Resonanz, und er wirkt in mein ganz konkretes Leben herein. Das ist es, was ich als Heiligen Geist bezeichnen würde.“ Theologisch geschult, wie er ist, nimmt Bertl Mütter diesen Ball auf: „Man spricht in diesem Zusammenhang von den Gaben des Heiligen Geistes. Ich kann das heute abstrahieren. Gemeint sind unsere Fähigkeiten und Talente. Manche stellen die Frage, wem sie das zu verdanken haben. Und antworten mit Gott oder dem Heiligen Geist. Ich brauche diese Antwort nicht. “

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